Beobachtung zu Semantik im Studium Grafikdesign, Teil 2 von 2

Jeden Tag, wenigstens für ein paar Minuten ein paar Zeilen schreiben, die Buchstaben nochmal nachfahren, sich völlig im inneren Scriptorium zu befinden, stellt sich als die größte Unterhaltung heraus, die ich nie erwartet hatte.

Der verwünschte Knoten namens Semantik löst sich für mich zusehends und belohnt mein suchendes Auge mit ganz neuen Kategorien des Sehens.

Ich werde schauen, ob ich rechtlich meine Semesterarbeit Semantik mit euch teilen darf.

Nachtrag: und ich wunderte mich immer, warum jene, die als Meister vom Himmel zu fielen schienen, nie eher oder früher in diesem Maße als solche auffielen.

Ich wundere mich nicht mehr.

Beobachtung zu Semantik im Studium Grafikdesign, Teil 1 von 2

Die relativ uninteressanten Dinge interessant zu finden, wie zum Beispiel Wände und Mauern, und von diesen eine relativ langweilige Sammlung an Bildern und Motiven zu besitzen, prädestinierte mich nicht unbedingt dazu, dass mir der Blick hinter den Vorhang, der Blick auf das Warum? und Wie? gestaltete Dinge sind etwas bedeuten würde, aber ich bringe es auf den (ersten) Punkt:

das relativ uninteressante Dinge folgt in seinen Eigenschaften den gleichen Regeln, unter Umständen sogar den gleichen gestalterischen Regeln, wie das viel interessantere Motiv es offensichtlich bereits tut.

Die Sonne scheint, weil ich sehen kann.

Casa di Santa Isabel: Lippenbekenntnis und Arbeit

Der letztwöchige Aufenthalt im Hotel Santa Isabel hat bleibene Eindrücke hinterlassen, die sich außerhalb des Europaparks und seiner Fahrten und Attraktionen zu bewegen scheinen.

Zum Einen hinterließ das Ambiente, genaugenommen die chorale Musik als ambient music in den Innenbereichen, als unaufdringliches akkustisches Klima, bei mir ein Sehnen nach einer Art von Ora et Labora für mich selbst als ein Student eines Faches, das seine Anfänge in der Illumination in den Klöstern Europas fand.

Zum anderen die Gerüche, die vor allem abends zwischen dem Geruch von Feuer und dem von bereits Verbranntem hin- und herschwangen, von Atemzug zu Atemzug, und mich mit einer Arbeitslust füllten.

Viele Ideen enspringen aus dieser einzigartigen Erfahrung eines Hotels, das einem portugisieschen Kloster nachempfunden wurde, viele Ideen, die mich, wie ich hoffe, zum dritten Schritt nach dem gestrigen zweiten Schritt führen.

Darf ich es wagen schon an den vierten Schritt als Folge des Dritten zu denken?

Nein, die Arbeit muss ich erst erbringen. Den Gesang jedoch, den kann ich folgender Playlist auf Spotify überlassen. Als Atheist muss dieses Lippenbekenntnis reichen. Und als Nachtmensch ist die Stille der Nacht ohnehin auf meiner Seite.

Wie man Grafikdesign studieren kann: (m)ein Selbstversuch

Dutzende Bücher und dutzende Medien anderer Art werden mir nie die Erlaubnis zum Studium geben können.

Auch wenn sich Regale voller Bücher und Listen von Dingen ganz hübsch im Hintergrund machen, muss ich doch sagen, dass weder deren Besitz, noch das Schreiben über sie mir das Gefühl geben konnten, dass ich am richtigen Flecken in meinem Leben bin.

Falls du nicht zum ersten Mal hier bist, lieber Leser, wird dir das schon aufgefallen sein. Das Englische hat hierzu einen passenden Begriff: flaky, auf Deutsch unzuverlässig.

Flaky, flaky waren die Listen aus Büchern. Flaky waren die Listen aus Filmen, flaky waren dutzende an Empfehlungen, flaky waren alle Berater und Ideen-haber und Vorschlag-macher, die ich mir selbst ausgesucht hatte, weil ich selbst flaky war, unzuverlässig im Umgang mit meinem Studium selbst.

Kein Account der Welt auf keiner Social Media-Seite wird mich zu einem Studenten machen können, weder meine eigenen Accounts, noch die Accounts, denen ich folge. Überhaupt, das sind auch nur Listen, mit denen ich irgendetwas Leeres füllen kann. Obwohl diese Füllung, dieses Etwas nicht einmal von mir selbst kommt.

Gitarre kaufen, um dann Musik zu hören. Gitarre kaufen, um sie zu besitzen. Als Erlaubnis. Für den Fall der Musik. Falls ich mal spielen will, könnte ich. Und wenn man nicht spielt, dann lag es nicht an dem Besitz oder dem Fehlen einer Gitarre.

Ersetze Gitarre durch Ersatzhandlung. Ersetze Musik durch Ziel. Ersetze Hören durch Listen. Listen machen sich gut, damit kann man etwas verkaufen, das man nicht besitzt. Absichten, zum Beispiel. Oder Ziele. Oder Elan. Oder Erfolg. Oder den ernsthaften Umgang mit meinem Fernstudium.

Ich denke, dass ich alles dazu gesagt habe, was ich dazu sagen konnte. Die Artikel, die in meinem Papierkorb liegen, bleiben dort jetzt liegen. Die Entwürfe bleiben Entwürfe. Das Gelöschte bleibt gelöscht. Es scheint so, als müsste ich mir selbst den Weg zurück zu einem ewigen Anfang verwehren, indem ich ihn zumauer, abfackel und die Brücken dorthin zum Einsturz bringe.

Dies ist nicht ein Anfang. Dies ist der nächste Schritt. Der zweite Schritt. Das was nach dem Anfang kommt. 1 Jahr produktives Studieren. 1 Jahr produktives Studieren minus dem ersten Tag. Weil der erste Tag schon verbraucht ist.

Heute abend ist Semantiktutorium. Und ich mache jetzt meine Hausaufgaben dazu.