Kategorie: Labor

  • Wenn man eine Sache tut, sollte man nicht noch eine Sache on-top tun müssen

    Meinen Lern­prozess zu dokumentieren ist leicht. Aber aus diesem dann Posts für Social Media zu machen, das kostet extra: mehr Zeit, mehr Kalorien, und oft auch mehr Strom.

    Und das macht dann den Lern­prozess, den ich so sehr schätzen gelernt habe, nicht einmal zu einer Art Produkt, sondern zu einer Produkt­vorstufe, zu Hilfs­material für Social Media‑Postings, ganz so als ob ich nicht dazulerne, um mich selbst weiter­zuentwickeln, sondern dazulerne, um darüber etwas ver­öffentichen zu können. Stellen Sie sich vor: Sie sind Koch, aber Sie kochen nicht für Ihre Kunden, sondern Sie kochen, um dann darüber zu erzählen.

    Oder, in meinem Fall: stellen Sie sich vor Sie sind Grafik­designer, aber Sie gestalten nicht für Kunden, sondern Sie designen, um dann darüber zu erzählen.

    Wie Milt Kahl einmal zu Richard Williams sagte: „I’m not smart enough to think of more than one thing at a time!“

  • Positionierung nach Gefühl

    I very much want to see a job posting that says “we’re a slow paced environment so please don’t apply if you prefer fast paced.”

    https://www.threads.net/@thepracticalpmo/post/DBR_gDRztUb

    Ich begreife, dass meine eigene Positionierung als Grafikdesigner auch etwas damit zu tun hat, dass ich glaube, dass meine Arbeit, das Grafikdesign selbst, Zeit braucht, und nicht schnell gehen kann.

    Meine eigenen Recherchen, meine Nachforschungen, meine vielen Bibliotheksbesuche (letztens mit Fernleihe für ein ansonsten nicht mehr auffindbares Buch von Herbert Kapitzki) stellen für mich elementare Arbeit dar, und ich hoffe, dass ich da meinem eigenen Instinkt und meiner Erfahrung vertrauen darf, wenn ich bemerke, dass es einen ausgleichbaren Mangel an Wissen oder tieferem Verständnis gibt.1

    Und diese Geschwindigkeit ist für mich die richtige für meine Arbeit als Grafikdesigner, denn nur so kann ich die Qualität überhaupt erreichen, die ich von mir selbst fordere. Manchmal ist es auch für mich ganz angenehm, die eigene Position von jemand anderem ausgesprochen zu hören, ich bin da keine Ausnahme.

    1. Kapitzki, Herbert W. Programmiertes Gestalten: Grundlagen für das Visualisieren mit Zeichen. Karlsruhe: D. Gitzel, 1980.
      ↩︎
  • Design-Links

    Inspiriert von der wirklich beeindruckenden Linkliste zu und über Typografie von Rosalie Wagner, kam ich jetzt auch und endlich dazu, meine eigene Linkliste als Seite zu veröffentlichen.

    Wie die meisten von uns wissen, lief das Projekt grafikdesignfeed.de fast zwei Jahre lang und nach dem Ende des Projekts (für das es immer wieder Lob, auch von den überraschendsten Stellen gab), wollte ich die Arbeit, die wir damals reingesteckt hatten, nicht einfach effektlos verpuffen lassen, also behielt ich die angesammelten Links zu Websites, Podcasts und Magazinen in meinem Archiv.1

    Ich wusste, dass nach genügender Reifezeit diese Liste aus Feeds wieder ihren Weg zurück auf die Displays finden würde. Ich hoffe, dass diese Liste aus Design‑Links auch anderen nützlich sein wird, auch weil ich hoffe, dass es Feedback zu ihr geben wird.

    Ich denke, ich verbringe den Rest des Sonntags damit, die Liste noch weiter zu vervollständigen, damit den eigenen Nachforschungen nichts mehr im Wege steht.

    1. Darüber, wie man seine eigene Version von grafikdesignfeed.de erstellen kann und was man dazu noch so braucht, schreibe ich in einem kommenden Artikel. ↩︎
  • Nach dem Bachelor: Vertiefung der Grundlagen

    Ich war nicht untätig in der Zwischenzeit und habe mich mit mehreren Projekten auseinandergesetzt, deren Funktionen für mich zu meiner Arbeit dazugehören.

    Unter anderem erstellte ich eine sogenannte Social Media Wall, eine Art durchsuchbaren Archivs meiner eigenen Postings und Veröffentlichungen auf Social Media‑Plattformen wie Instagram, Tumblr (wo ich zwecks eines bestimmten Projektes gerade sehr aktiv bin; dazu unten ein wenig mehr) und X, ehemals Twitter (oder bald wieder Twitter?). Diese Wand ermöglicht es auf einen Blick und ohne ein Einloggen sich einen Eindruck dessen zu verschaffen, was sonst über viele Kanäle und viele Webseiten verteilt stattfindet: der Urheber bin und bleibe schließlich ich selbst.

    Diese Social Media Wall heilt damit die Fragmentierung durch verteilte Kanäle, ohne dabei mir selbst im Weg zu stehen. Wer mehr dazu erfahren möchte, darf mich gerne dazu kontaktieren, oder hier selbst stöbern gehen.

    Die Auseinandersetzung mit Grafikdesign nach dem Bachelor im März (den ich übrigens bestanden habe, und das gar nicht einmal schlecht) führte mich auf eine gewisse Weise sowohl in die Vergangenheit des Grafikdesigns, als auch in die Zukünfte dieser Arbeit. Einerseits erwuchs bei mir aus dem Bedürfnis nach Vertiefung des im Studium gelernten eine Art der Rekapitulation des Studiums, jedoch auf dem Fundament des bereits Gelernten: ich erstellte mir einen eigenen Stundenplan für mein Werken, welchem nunmehr meine nahezu völlige Abwesenheit auf Social Media geschuldet ist.

    Nahezu deswegen, weil ich aus meinem ehemals noch richtungslosen Blog auf Tumblr ein eigenes Projekt namens Code & Canvas gemacht habe, dessen Titel für mich Programm ist: Grafikdesigner stellen für mich eine Mischung aus Analog und Digital dar, die ich so nirgendwo sonst vorfinde, wobei diese beiden Hälften einander um das vielfach erweitern können, was sie selbst aus sich heraus nicht könnten.1 Für mich erzielen also beispielsweise eingescannte oder fotografierte analoge Arbeiten genau den gleichen kaum zu benennenden Effekt, wie es digitale Arbeiten vermögen, die sich der Skeuomorphie oder Wirklichkeitsnähe verweigern.

    Und um bei meiner vertiefenden Arbeit in Labor und Werkstatt (welche dabei weniger Orte im Raum, sondern Orte im Bewusstsein und Orte der Arbeitsweise sind, ähnlich wie Theorie und Praxis zueinanderstehen) nicht den Kontakt und vor allem den Sinn für Gemeinschaft mit anderen Gestaltern ganz zu verlieren, verwende ich Code & Canvas als mein After‑Hours Blog.

    Dort poste ich meine Fortschritte, meine Rückschläge, und alles das, was ich so interessant finde von jenen Postings, die andere in meinem Umfeld dort und anderswo tun.2 Ohne das machen zu müssen, was am Ende dann durch andere benotet wird, entsteht für mich so eine sehr freie Arbeitsweise, bzw. eine Arbeitswiese.

    Wie einer meiner Professoren in meinen Worten sagen würde: nicht immer die erste Ausfahrt auf der Autobahn der Kreativität nehmen!

    Damit erkläre ich meine Website als wieder online. Bleiben Sie gespannt!

    Geschrieben aus meinem Pseudo‑Sabbatical.

    1. Das Sideblog wurde mittlerweile umbenannt, siehe dazu https:­//­www.­mariobreskic.­de/­update-­003-­change-­notes-­20-­01-­2025/ ↩︎
    2. s.o. ↩︎