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Spontan aus der Hüfte geschossen: der Goldene Henkel im Februar

Links oben im Bild, direkt im Terminatorschatten: der Goldene Henkel auf dem Mond

Kurz bevor mein Zug am Dienstag kam, hatte ich vier Minuten Zeit, um den Goldenen Henkel freihand zu schießen.

Und ich kann sagen, dass das genügend Zeit war, um ein paar Bilder zu schießen. Sogar genügend Zeit, das Objektiv auszutauschen, weil ich dazu neige, das Canon FD 50mm auf meiner Kamera zu lassen.
Hervorragend waren die Bilder jetzt nicht gerade, aber in Lightroom konnte ich noch etwas aus ihnen herausholen.

Auch auf Seiten des verwendeten Objektives hat sich etwas getan, weil ich diesmal mit einem 210mm vorging. Ich denke, dass im März dann das erste brauchbare Ergebnis vorliegen wird, mit Stativ und besserem Objektiv.

Wenn das Wetter mitmacht.

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Bist du auf Insta..?

Eines vorweg: ich komme mit Social Media nicht klar. Um eine typische Gegenfrage von mir auf die Frage im Titel anzubringen

Welches Du meinst du?

Mario Breskic, gleich mal provozierend auf Smalltalk reagiert

Das ist jetzt nicht klug geschissen, sondern genau der Grund weswegen ich mit Social Media nicht klar komme: wer bist du, wer bin ich, für wen hältst du mich und, vor allem, ist mir das wichtig?

Das ist zwar alles von einer Person, aber das könnten auch sechs verschiedene Personen sein. Screenshot meines Instagram-Accounts

Sagen wir mal Ja zu allen Antworten. Dass das nicht als Antwort einfach so passt, aber alte Zen-Meister zum Lachen bringen könnte, ist spätestens bei „Wer bist du?“ und „Ja“ klar.

Ich meine damit aber, dass ich wenigstens irgendeine Antwort habe. Wer bin ich im Kontext von Social Media?

Ein Grafikdesignstudent? Ja, schon. Ein Koch? Ein Tänzer? Hast du ne Gitarre? Moment, ja, häh?, warum hast du Milliarden an Hobbys!?

Wer meine mehr als zwei Social Media-Accounts kennt (und ich diene hier nur zur Abschreckung), der überblickt das Problem mit einem Daumenwischer: oversharing ze kitchen-sink, auch bekannt als ich poste was ich gerade mache, und das meist ohne weiteren Plan.

Warum das scheiße ist (warum ich es bei mir scheiße finde, es gibt Leute bei denen geht das prima, zumindest sind ihre Texter gut), ist weil so niemand, aber auch wirklich niemand angesprochen wird.

Warum niemand? Weil, und hier wird es wieder irgendwie irre zen, weil niemand außer mir ich ist. Ich bin? Ich bist? Um das geil zu finden, was ich auf Instagram beispielsweise bis vor Kurzem so machte, müsstest du

  • Grafikdesign studieren oder
  • irgendwas mit Medien und
  • Katzencontent lieben und
  • Hobbykochbilder und
  • mystisch angehauchte Makros und
  • auf total welterschütternde Texte stehen, die ich schon in zwei Tagen selber hinterfrage, und
  • Schachtelsätze, sowie
  • permanentes Löschen supi finden.

Das beschreibt nur mich und niemanden sonst. Aus der Perspektive der armen Leute betrachtet, die mir auf Instagram und anderswo seit der Frage im Titel folgen, folgten sie mir aus einem bestimmten Grund. Wenn ich also manchmal etwas poste, das diesem Grund entspricht, dann deckt sich das mit ihrer Erwartung. Und wenn ich etwas völlig anderes poste, dann liefere ich Gründe es zu bereuen mir zu folgen. Denn wir alle unterhalten unsere Freunde, Feinde, unser Publikum. Und wenn sich dieses Publikum langweilt, dann macht man was falsch.

Ja! Dieses von 49 möglichen Ichs hat einen Insta! Bildausschnitt aus „Texten können“ von Daniela Rorig

Und wenn ich etwas falsch mache, dann such ich mir ein Buch. Und wenn dieses Buch dann auch noch zu meiner eigenen Sekundärliteratur zu Sprache und Kommunikation wird, yeah, dann tritt an die Stelle des Klugscheissers jemand, der weiß für wen er „wer“ ist.

Ich selbst habe mir deswegen ein Jahr Auszeit von Social Media genommen: zum einen um eine Persona zu entwickeln, die passt. Zum anderen aber auch, um von der zwanghaften atomkleinen Berichterstattung aus meinem Leben wegzukommen. Weil das nur Stalker interessant finden.

Ok, vielleicht komm ich ein Bisschen mit Social Media klar. So viel, dass ich Fehler bei mir erkennen kann und diese auch loswerden will.

Ich gelobe Besserung.

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Fotografieren nach Plan: der Goldene Henkel

Zunehmender Mond vor dunklem Nachthimmel, im Terminatorschatten der Goldene Henkel als Detail gerade noch zu erkennen
Der sogenannte Goldene Henkel, geschossen mit meiner Sony alpha 6300. Objektiv: Canon Zoom Lens FD 35-105mm

Natürlich habe auch ich diese Vorstellung, dass ich bereits meinen Grafikdesignbachelor an der Wand in meinem Büro Schrägstrich Atelier hängen habe. Neben preisgekrönten Fotografien (oder wenigstens guten Bildern) von mir. Aber dazu komme ich hoffentlich noch. Im Moment besteht die Reise zu diesen Zielen aus Lernen und Üben.

Und ein wichtiger Teil des Lernens als Grafikdesignstudent besteht aus dem Durchblättern von Büchern, vor allem dann, wenn man sie sich nicht leisten kann! Gerade die haben es mir angetan. Eines davon war ein Buch zu Astrofotografie. Und in diesem Buch sprang mir der Goldene Henkel entgegen: einmal im Monat, für knapp zwei Stunden hat man die Möglichkeit diesen Kraterrand auf dem Mond zu fotografieren! In Szene gesetzt ist der sogenannte Goldene Henkel quasi schon umsonst: er liegt als Objekt so schön im Übergang von Hell nach Dunkel, dass ich mich schon wundern muss.

Und dann nochmal vergrößert!

Beim nächsten Mal werden die Bilder vom Goldenen Henkel noch besser. Wenn das Wetter mitmacht. Und als Übungsmotiv finde ich den zeitlichen Abstand ideal, weil im Moment mir eher der Stoff des dritten und vierten Semesters schlaflose Nächte bereitet, aber daran arbeite ich.

Weil in meiner Vorstellung gibt es noch mehr als Titel und Auszeichnungen: die Selbstverwirklichung.